Die Zwergenbrücke

Im Osten der alten Stadt Olport an der windigen Nordwestküste des Kontinents führt die steinerne Zwergenbrücke, die besser als Torstor-Om-Brücke bekannt ist, über den Fluss. Vom Aussehen her passt sie nicht so recht in das Stadtbild, das zum größten Teil aus den typischen, traditionellen Langhäusern besteht. Bemerkenswert sind die vier Säulen: Der Brückenbogen ist mit feinen, in den Stein gemeißelten Ornamenten verziert und wird von vier Säulen getragen, die vier Zwergen detailgetreu nachempfundenen sind.

Der berühmte Seefahrer Torstor Om soll einmal betrunken den Yaquir aufwärts gerudert sein, entlang von Olivenbäumen und Rapsfeldern. Dabei passierte er mit seinem Drachenboot in einer der großen Städte die Brücke mit ihren vier tragenden Zwergen. Sie muss ihm wohl gefallen haben, denn er hat sie abgebaut, nach Olport gebracht und Stein für Stein in nur einer Nacht wieder aufgebaut. Am nächsten Morgen wunderten sich die Leute über die Brücke, die über Nacht erschienen war, und die Säulen, die vier zu Stein erstarrten Zwerge.

Torstor Om aber stand stolz auf seiner Brücke und tischte allen die Geschichte auf, dass er die Zwerge erwischt habe, wie sie sich jeder auf ein Drachenboot schleichen wollten. Und jeder weiß, dass das die Boote zum Sinken gebracht hätte, denn mit jeder Meile, die sich ein Zwerg weiter vom Festland entfernt, wird er schwerer und schwerer, bis ihn das Holz schließlich nicht mehr tragen kann und er zum Verderben der gesamten Mannschaft hindurchbricht. Torstor behauptete, er habe die vier so lange in ein Trinkspiel verwickelt, bis die Sonne aufging und die Strahlen sie zu Stein erstarren ließen. So hatte er vier Drachenboote auf einmal vor dem Sinken bewahrt und gleichzeitig eine Brücke über den Fluss errichtet.

Der Lindwurm (Rahjageflüster 7)

Diese Geschichte ist für Erwachsene – also für Menschen ab 18 Jahren – gedacht!

Die folgende Geschichte ist wieder eine Kurzgeschichte, in der ich das Prickeln, die Erotik und den Akt in einem gewissen Rahmen ausformuliere (im Gegensatz zu dem Gleichnis vom tüchtigen Pflüger und dem Gleichnis der Rübenzieherin). Sie ist mit einem Augenzwinkern zu lesen, da ich sie mit einer Prise an leisem Spott gewürzt habe.

Wer weiterlesen will: Die Übersicht der Geschichten aus dem ‚Rahjageflüster‘ findet sich hier.

 

Der Lindwurm

Rahjageflüster 7

Mit knackenden, schabenden Geräuschen schob sich Reihe um Reihe der handtellergroßen Hornplatten über das Gestein. Krallen so lang wie Unterarme bohrten sich in das Geröll, um den mächtigen Schlangenleib nach vorne zu ziehen. Dann ein Knallen wie von einer Peitsche, ein paar kräftige Windstöße und der Drache erhob sich in die Lüfte, ohne noch einen Blick zurück zu werfen. Hätte er seinen dreieckigen Schlangenkopf umgewandt, dann hätte er dort im Höhleneingang unweigerlich die kleine Menschengestalt gesehen, die soeben in den Felsspalt schlüpfte.

Thorwulf war nur im Vergleich mit dem geschuppten Ungetüm als klein zu bezeichnen. Selbst in seinem Volk, das berüchtigt ist, wahre Hünen hervorzubringen, galt er als stattlich. Mit seiner Größe von über zwei Schritt, seinem breiten Kreuz, dem rotblonden Haarschopf, seinen strahlgrauen Augen und den Muskeln, die von seinen Kämpfen mit Schwert, Axt und Schild herrührten, sah er aus wie einer der Helden aus den alten Sagen.

Eine Abneigung gegen alle Echsenwesen hatte er bereits mit der Muttermilch eingesogen. Dass Drachen Unheil bringen, wusste doch jedes Kind! Es war nur eine Frage der Zeit bis sie anfingen, Jungfrauen oder Jünglinge zu stehlen und Lösegeld zu erpressen, um ihre Horte noch weiter mit Gold und Reichtümern anzufüllen. Das hatte auch dieser Drache getan, hatte die umliegenden Dörfer und Städte tyrannisiert, Gebirgspässe kontrolliert und Wegzölle erpresst, bis ihm das schließlich nicht mehr genug war und er die schönste Jungfer entführte, die er landauf, landab in den Familien des blaublütigen Adels erspähen konnte.

So hatte sich Thorwulf als tapferer Recke und erprobter Streiter für die noble Queste der Befreiung dieser holden Maid anheuern lassen. Für unsterblichen Ruhm und auch gegen schnöde Münze. Ein Mann kann sich schließlich nicht von seinem Ruhm allein ernähren.

Es graute ihn jetzt schon, wenn er an den Rückweg dachte. Den ganzen Weg zur Burg ihres Vaters würde er sich das leere Geplapper dieses Mädchens – die Edeldame Helaine – anhören müssen und ihr Gerede über Ritter und Minnesänger, die letzten Turniere und die neuesten Moden, über Falkenjagden und höfische Tänze. Er konnte sich nichts Langweiligeres vorstellen. Diese Gedanken machten ihm die Aussicht zur Qual, obwohl er noch gar nicht an seinem Ziel angelangt war.

Er musste sich auf seinen Weg konzentrieren, der ihn über Schutt und Steintrümmer immer tiefer in das Innere des Berges führte. Es war ein wahrer Irrgarten aus steilen Pfaden, schroffen Abbrüchen und Sackgassen.

Bei jeder anderen Queste hätte er auf diese Heimlichkeit lieber verzichtet, hätte sein schweres Breitschwert gezogen und wäre mit einem gellenden Kampfschrei auf das zu besiegende Biest losgestürmt! Doch diesmal galt es nicht nur, ein magisches Untier zu besiegen. Thorwulf musste sich auch seinem Schicksal stellen.

~ ~ ~

Das Morgengrauen hatte mit eiskalten Fingern blutrote Streifen über den Horizont gezogen. So war es seit alters her Brauch: Immer wenn ein Mitglied der Sippe auszog, um eine Heldentat zu vollbringen, suchte es frühmorgens vor seinem Aufbruch die uralte Seherin auf, um sich von ihr das Schicksal, das es auf seiner Reise erwartete, voraussagen zu lassen. Der Krieger hatte in den Morgenstunden die klappernden Schnüre beiseite geschoben, die vor der Türe der Hütte am Waldrand hingen. Kleine Glasperlen, Muscheln, durchbohrte Steine, Knöchelchen und beschnitzte Holzstücke kennzeichneten diesen Ort als Ort der Geister.

Die Worte, die die Greisin mit brüchiger Stimme hervorgebracht hatte, hallten wie ein fernes Echo in seiner Erinnerung wider: „Die Schlange wird mit dir kämpfen… ihre Magie ist stark und du wirst ihr unterliegen… und dann wird sie dir ihren Willen aufzwingen.“ Das hatte die weise Seherin ihm prophezeit.

~ ~ ~

Thorwulf tastete sich behutsam tiefer und tiefer in den Schoß des Berges. Dann endlich öffnete sich der Gang zu einer dunklen Höhle. Im Schein seiner Fackel funkelten tausende und abertausende Goldmünzen, schimmernde Kelche, mit Edelsteinen verzierten Diademe, schwere Kronen und unzählige Schmuckstücke, juwelenbesetzte Waffen und noch mehr Tand. Alles lag zu einem Hügel aufgetürmt in der Mitte des hohen Raumes. Was für eine Gelegenheit!

Doch plötzlich sprang ihn etwas mit einem unterdrückten Aufschrei von der Seite an. Es musste schon in der Nähe des Ausgangs gelauert haben. „Mein Retter! Ihr seid mein Held!“ Das Fräulein klammerte sich an ihn, als würde es zu ertrinken drohen. „Ihr seid gekommen, mich von meiner Misere zu befreien!“

Thorwulf schob sie auf Armeslänge von sich und er sah, dass sie eine Schönheit war: Haare wie gesponnenes Gold, das sich in Wellen bis zu ihrer Taille ergoss, ein wohlgeformter Körper und ein Gesicht das dazu geformt schien, Männern den Verstand zu rauben. Ihr Kleid war schmutzstarrend und zerrissen, und an ihren Hand- und Fußgelenken waren schwere Ketten, die sie mit dem Felsen verbanden.

Thorwulf brummte unwillig, hob seine Axt und zerschlug die Kettenglieder. „Raus jetzt, bevor der Drache wiederkommt!“ Wieder erinnerte er sich an die Worte der Prophezeiung: ‚Ihre Magie ist stark und du wirst ihr unterliegen.‘

Wieder rief sie: „Du wirst mich befreien! Ich werde dich dafür-“ Mehr als den Lohn, den sie ihn versprechen wollte, interessierte Thorwulf, den Kampf mit der Schlange zu vermeiden, und er zog sie mit sich. Unvermittelt erwiderte sie seinen Griff, fasste ihn an den Armen und Thorwulf hörte das Rasseln der Kette und ein Klicken.

Ihre Stimme war ganz nah an seinem Ohr: „Du… wirst mich befreien und dafür… werde ich dich gefangen nehmen.“ Mit hastigen Bewegungen zog sich Helaine das Kleid über den Kopf und ließ es achtlos zu Boden fallen. „Wochenlang war ich hier gefangen. Der Drache wird zurückkehren, bevor wir den Weg durch das Labyrinth finden.“ Dann legte sie ihre Hände an seinen Hosenbund und zerrte seine Hose bis zu seinen Knien hinunter.

Da fand Thorwulf seine Sprache wieder, die es ihm vor Empörung verschlagen hatte: „Was soll das? Lass mich frei! Sofort! Wir müssen weg!“ Sie sah ihm gar nicht in das Gesicht, wedelte nur mit der Hand und murmelte: „Sobald ich meine Jungfräulichkeit verloren habe, dann interessiert sich der Drache gar nicht mehr für mich. Dann kann zumindest ich in aller Ruhe meiner Wege gehen.“

Thorwulfs Muskeln traten hervor, als er sich gegen die Ketten stemmte. Das konnte doch nicht ihr Ernst sein! Er konnte doch nicht hier und jetzt… Und außerdem hatte sie diesen komischen, weichen Akzent, sie war überhaupt nicht sein Typ. Vermutlich konnte sie eine Axt noch nicht einmal halten, geschweige denn schwingen. Und so, mit gefesselten Händen, konnte das ja gar nicht klappen.

Helaines weiche Hände schoben sich unter sein Hemd, fuhren über seine Brust und über seinen Bauch. Abwehrend spannte er seine Muskeln an, doch ihr schien das nur zu gefallen und sie grinste breit. Sie bückte sich, zog seinen Dolch hervor und setzte die Spitze an Thorwulfs Hals. Doch sie schnitt ihm nur sein Hemd auf, von oben bis unten. Dann stellte sie sich auf die Zehenspitzen, um ihn zu küssen und er drehte den Kopf weg. So erwischte sie nur seinen Bart. Aber er konnte nicht verhindern, dass sich dabei ihre Brüste an seine nackte Brust drückten. Dann presste sie ihren ganzen, nackten Körper gegen ihn. „Nein…“, zwängte der Krieger zwischen zusammengepressten Zähnen hervor, als ihre Finger seine empfindlichen Stellen streichelten. Nackt und verlockend rieb sie ihn und sich an ihm. Thorwulf spürte das Pochen, mit dem das Blut seiner unteren Körperregion zuströmte. Sein eigener Körper betrog ihn! Schließlich hatte sie ihn soweit, dass sie sich an ihm nach oben zog und sich das holte, was sie wollte.

Es klappte nicht auf Anhieb und es war anders, als sie es sich immer vorgestellt hat. Sie zog sich an seinen Schultern nach oben, schlang ein Knie um seine Hüfte und bewegte ihren Unterkörper zu ihm. Heiße Haut rieb über heißt Haut. Sie hörte seinen schnellen Atem nah an ihrem Ohr, fühlte seine Härte gegen ihre Leiste drücken und schob sich noch ein Stück weiter. Dann hatte sie ihn dort, wo sie ihn haben wollte. Helaine gab den Rhythmus vor, dem sich Thorwulf unterwarf. Der Körper des Kriegers nahm ihre Bewegungen auf und erwiderte sie – unwillig anfangs, aber mit wachsender Lust. Ein kleiner Schrei begleitete ihren Erfolg, als sich ihre Körper gleichzeitig aufbäumten.

Die Erde bebte. Ein tiefes Dröhnen fuhr dem Krieger und der nackten Adligen in die Knochen. Der Drache war zurückgekehrt! Jetzt war es eine Frage der Schnelligkeit. Keine Zeit, sich anzuziehen, gerade noch so konnte sich Thorwulf mit einem Hieb des Schwertes, das Helaine ihm in die Hand drückte, befreien. Er rief Helaine zur Eile und rannte los. Sie hatten eine kleine Chance, dem alten Lindwurm im Irrgarten zu entwischen.

Helaines Beine zitterten und ihr Atem ging stoßweise, so wie vorhin, als sie am Fuß des Berges standen. Nackt wie sie waren, hatten sie kein einziges Stück aus dem Drachenhort mitgenommen, und das war ihr Glück: Nur aus diesem Grund hatte er sie nicht verfolgt. Thorwulf aber erkannte, was geschehen war: Er hatte gekämpft, war dabei der Magie der Frau, dieser Schlange, unterlegen und sie hatte ihm ihren Willen aufgezwungen. Die Prophezeiung hatte sich erfüllt.

 

Davor: Rahjageflüster 6: Das Gleichnis vom tüchtigen Pflüger

Danach: Rahjageflüster 8: Romina und Julien

Alles neu macht der Goimond

Die Sonne schien hell auf die Schneedecke, die die Hügelketten bedeckte. Sie blitzte und glitzerte, und das grelle Licht blendete und würde bis zum Mittag alle schneeblind gemacht haben, die ohne Schneebrille unterwegs waren.
Vanae grinste schelmisch, als sie sich das lästige Ding vom Kopf zog, atmete die kalte Luft tief ein und drehte das Gesicht in die wärmenden Strahlen. Solange sie damit fortging und es auch wieder auf hatte, wenn sie wieder heimkam, würde Rana nicht weiter nachfragen. Sie kennt mich gut genug, um zu wissen, dass ich die Brille abnehme, sobald ich außer Sichtweite des Dorfes bin, genauso wie sie weiß, dass ich keine Blindheit riskieren würde, sagte sie sich.
Drei, vier Tage Einsamkeit im Waskirer Hochland standen ihr bevor, drei Tage, nach denen sie sich während den Vorbereitungen schon wochenlang gesehnt hatte. Den Rucksack geschultert, Wanderstab zur Hand, marschierte sie vor sich hin summend los: Gulmond, Klippenzahn, Traschbart und Tarnele, Einbeer und Shurinstrauch und Zwölfblatt dazu nehme…, zur Melodie eines Kinderliedes. Das war die offizielle Aufgabe, mit der die Godi von Skovbjerg sie ausgeschickt hatte, zum Pflanzensammeln.
Sie hat mich so hintersinnig angezwinkert beim Abschied, was sie nicht noch alles weiß…
Es war nicht so, dass die junge Frau sich besonders geschickt in der Natur bewegte, oder den größeren Teil ihres bisherigen Lebens draußen verbracht hatte. Nein, sie war keine Fallenstellerin oder Prospektorin. Aber sie genoss diese Zeit, wenn sie sich frei im Waskirer Hochland bewegen konnte und sie liebte es, sich frei wie ein Vogel zu fühlen, dessen Schwingen ihn überallhin trugen, wohin er es ihnen befahl.

Die Sonne wanderte auf ihrem Pfad über den tiefblauen Himmel, und während sich die Schatten drehten war das Mädchen ebenfalls seinen Pfad entlang gewandert, bis man ihn kaum mehr einen nennen konnte, hatte am Nachmittag einen Höhenkamm bestiegen und erklomm gerade einen höheren Gipfel, von dem sie wusste, dass es dort eine Schutzhütte gab, die von den Jägern gut in Stand gehalten wurde. Beim Laufen war ihr schon so warm geworden, dass sie ihren Anorak geöffnet hatte, und für die Kletterpartie band sie ausnahmsweise ihre langen Haare zurück. Die Spitzen ihrer Ohren schauten jetzt hervor, aber hier in der menschenleeren Wildnis störte sie es nicht.
Menschenleer, doch so voller Leben: Ohne mit den Flügeln zu schlagen schwebte ein Adler als dunkler Punkt zwischen den ausgefransten Wolken, die der aufgefrischte Nordwind vor sich her trieb. Er trug Geräuschfetzen vom Pfeifen eines Murmeltiers an ihr Ohr, das den Raubvogel wohl ebenfalls erspäht hatte. Ein Gelbfuchs war in der einsetzenden Dämmerung quer über den Weg geschnürt, auf der Jagd nach unvorsichtigen Nagern. Von Weitem hatte sie unten im Tal etwas glattes, braunes in den Fluss tauchen sehen, das muss ein Otter gewesen sein.
Raben oder Krähen waren keine zu sehen. Eigentlich ein gutes Zeichen, dennoch hätte sie sich über ihren Anblick gefreut.

Sie saß mit dem Rücken gegen die noch warme Holzwand gelehnt vor der Hütte. Mit geschlossenen Augen, den Kopf entspannt zurückgelegt, genoss sie die letzten Strahlen und bemerkte sie doch nicht richtig, so tief war sie in Gedanken versunken. Die Sonne stand schon tief im Westen und war gerade im Begriff hinter den sanft gewellten Kuppen unterzugehen. Tagsüber hatte sie die Eiszapfen, die armdick vom steinernen Überhang hingen, auf einer Seite zu bizarren Formen schmelzen lassen. Das Licht der ersten Sterne, die sich am rasch verdunkelnden Himmel zeigte, versprach eine klirrend kalte Nacht.
Doch Vanaes Geist weilte in einer anderen Zeit…
Schrecken und Terror waren es gewesen, die die Gefühle an ihren ersten großen Ausflug mit Rana prägten. Schrecken und Terror waren unverhofft über sie gekommen, ohne Vorwarnung und mit aller Macht. Selbst die erfahrene Godi hatte so etwas nicht vorausgesehen. Den Bruchteil eines Augenblicks hatte sie noch die eigene Verwunderung empfunden, als sie die kalte Berührung eines toten Willens, den festen Griff einer erkalteten Hand um ihren lebendigen Geist spürte – dann nur noch die entsetzliche Angst, die ausweglose Panik eines zum Tode Verurteilten, der zum Scharfrichter geführt wird. Doch da war kein vermummter Henker, nur das sich sanft im Wind wiegende Seufzermoos, welches seinen Tod bedeuten sollte. Seit Menschengedenken hatte das Dorf dem verfluchten Moos und seinen Geistern Opfer dargebracht, seit Jahrhunderten waren es aber keine Menschen mehr gewesen. Und nun verlangte das Land wieder ein Menschenopfer. Das Los fiel auf ihn.
In rascher Abfolge blitzten die Bilder seines bisherigen Lebens in ihm – in ihr auf, Szenen aus einem gewöhnlichen Leben, das jedoch von einem Makel überschattet wurde: dem Zeitpunkt seiner Geburt. Warum nur hatten die Götter ihm bestimmt, in den verfluchten Tagen zwischen dem Ende eines Jahres und dem Beginn eines neuen Jahres geboren zu werden? Da fanden sich keine Taten, die ihm diesen schrecklichen Richterspruch eingebracht hatten, aber dennoch sollte er einen grausigen Tod durch Geisterhand sterben, er war das erwählte Opfer in diesem Jahr. In einem unartikulierten Schrei machte sich die rasende Verzweiflung Bahn: Was konnte er dafür? Doch umsonst. Harte Hände stießen ihn voran, niemand sprach seinen Namen oder auch nur ein Wort. Er biss sich die Lippen blutig, um nicht erneut loszuschreien. Zu spät, er wusste es. Zu spät. Niemand konnte ihnen entkommen, den Geistern derer, die diesen Weg vor ihm gehen mussten.
Und sie kamen…

Sie schüttelte sich körperlich, wie um den Gedanken dadurch abzuschütteln, und rappelte sich auf. Genug sinniert über Vergangenes, schalt sie sich, sein Geist hat schon lange Ruhe gefunden. An einem so friedlichen Abend über solch düsteren Erinnerungen zu brüten kann auf keinen Fall gut sein. Das hab ich jetzt davon, jetzt muss ich im Halbdunkel noch Brennholz suchen, wenn ich nicht an den eingelagerten Rest in der Hütte gehen will.

Das Wetter hielt die nächsten Tage, ganz wie Oma Haedwyg das zeitige Winterende vorhergesagt hatte, als die drei Schwäne schon Anfang Goimond über dem Weiher kreisten; jede Nacht war weniger bitterkalt als die vorhergehende. Die Taschen vollbepackt, konnte sie sich nach zweieinhalb Tagen einer reichen Ausbeute rühmen: Nicht nur die gesuchten Heilkräuter, Wirselkraut und Tarnele, Traschbart, Geißblatt und sogar Olginwurz hatte sie ernten können, sie hatte darüber hinaus gleich zwei Alraunen ausfindig gemacht. Rana würde sich freuen.
Einen kleinen Stich der Enttäuschung konnte sie dennoch nicht leugnen. Auch wenn es zu erwarten gewesen war. Schließlich war es seit Jahren nicht anders, sie sollte es also mittlerweile gewohnt sein.
Wenn das Volk nicht gesehen werden wollte, dann wurde es das auch nicht. Darin waren sie mindestens ebenso gut wie die Biestinger im Wald und die Feen bei Vollmond. Nun ja, sie waren wesentlich besser als die letzteren. Und was sollten die auch von ihr wollen? Sie wusste ja schon, dass sie nichts mit ihr zu tun haben wollten. Und langlebig wie die Alten waren, würden sie sich wohl kaum umentscheiden.
Dann mache ich mich mal besser auf den Rückweg. Sie rang sich ein Lächeln ab und belud sich mit den gesammelten Pflanzen. Nicht dass die noch welk werden. Daheim würden sie sich schön bedanken… Als sie einen Blick nach dem Stand der Sonne warf, huschte gerade ein schwarzer Schatten vor der Scheibe vorbei. Ein Rabe. Vanaes Lächeln wurde ehrlich. Den Wanderstab zur Hand marschierte sie los und summte zur Melodie eines Kinderliedes vor sich hin: Gulmond, Klippenzahn, Traschbart und Tarnele…
Wie kindisch von ihr zu glauben, dass irgendwann eine Elfe mit goldenen Augen vorbeispaziert und ihr das Flötenspielen zeigt. Sie schnaubte ein Lachen und schüttelte den Kopf. Ein absurder Gedanke.

Um die letzte Biegung noch und die altvertrauten Dächer der Langhäuser, die die mit Schnitzereien bewehrte Palisade überragten, würden ihr entgegenblicken. Der Wind trug ihr schon die vertrauten Geräusche zu: Schmiedehämmern, Pferdewiehern, ein Esel schrie, ein Mann schimpfte, ein Karren rumpelte an ihr vorbei. Die Großmutter kam gerade zur Tür gehumpelt und grinste ihr zahnloses Grinsen zum Willkommen, natürlich wusste sie um den genauen Zeitpunkt ihrer Rückkehr. Sie war wieder daheim.

Eine neue Mannschaft

Bevor wir in See stachen, erwarteten uns Manöverübungen vor dem Hafen der Stadt. Wie die Runjas durch die Grimskjora entschieden hatten, war niemand von uns bislang unter Asleif gesegelt, manche von uns, darunter auch ich, hatten überhaupt noch nie ein Drachenschiff gerudert. Unser Langschiff war die „Seeadler“, die Otta des Drachenführers, die ihm seit vielen Jahren treu über die Weltmeere trug.
Neben der Arbeit an den Riemen übten wir uns in unterschiedlichen Kampfdisziplinen. Die Männer führten Übungskämpfe aus, meist mit der Axt, Thorak mit Axt und Schild. Er war ein erfahrener Seesöldner, der sich Phileasson angeschlossen hatte. Krottet der Nivese und der Moha, der sich einfach „der Moha“ nennen ließ, waren Bekannte Phileassons, aber noch nicht unter ihm gesegelt. Nur Phileasson kennt den den Namen, den seine Mutter oder wer auch immer ihm gab. Der Waldmensch besitzt ein eindrucksvolles Schwert, während Krottet mit Pfeil und Bogen bewaffnet ist. Er lehrte mich den Umgang mit dem Elfenbogen, den ich zum Abschied von der Elfensippe an der Runajasko in Olport bekommen hatte, und ich lauschte seinen Geschichten vom Norden und von seinem Volk. Mein unbekannter Vater muss auch ein Nivauesä, wie sich die „wandernden Menschen“ nennen, gewesen sein, ich habe die typischen bernsteinfarbenen Mandelaugen. Er hofft, bei dieser Reise wieder zu ihnen zu kommen. Ich hoffe auch, dass wir sie finden, doch mein Herz wird bereits jetzt schwer bei dem Gedanken, dereinst ohne ihn weiterreisen zu müssen.
Wenn wir im Schiff auf unseren Plätzen sind, sitzt Fjalla auf der Ruderbank neben mir. Sie ist nicht sehr gesprächig. Weitere Mannschaftsmitglieder sind Aigor, ein Zwerg und Schmied, und Raluff, ein Thorwaler Kämpe. Dass Angehörige des Zwergenvolkes zur See fuhren war mir auch neu. Sagten die Seefahrer nicht, dass ein Angroscho an Deck mit jeder Meile, die ein Schiff vom Festland zurücklegte, einen Stein schwerer wurde, bis er schließlich durch die Planken brach und das Schiff zum Sinken brachte? Nun, unser erfahrener Drachenführer musste schon wissen, was er tat.

Ich war im Meer vor Thorwal schwimmen, derweil weit draußen die Eisschollen auf dem Wasser trieben. Auch ich trieb vor mich hin, spürte die kühlen und die kalten Strömungen auf meiner Haut. Ich erinnerte mich an einen ähnlichen Nachmittag, an dem ich mit Varindel, meiner elfischen Freundin von den Windlachern in Olport, im Meer schwimmen war. Damals hatte sie mir beigebracht, wie ein Fisch zu tauchen und das Wasser wie Luft zu atmen. Ich versuchte, den Zauber zu wirken und meine Bewegungen an die der Wassermassen anzupassen, und spürte mit einem Mal die Wirkung des Zaubers. Schwerelos zog ich ein paar Bahnen unter Wasser und erkundete das Hafenbecken. Stille und Kühle hüllten mich ein, bis mich plötzlich eine feste Hand grob an der Schulter packte und an die Oberfläche zog. Raluff war in das Wasser gesprungen und zog mich hektisch an den Strand. Ich musste ihn erst beruhigen, dass ich nicht am Ertrinken war, auch wenn ich so lange unter Wasser war.
Ein zweites Erlebnis hatte ich bei der Berührung mit meiner Elfenseele. Ich saß auf einem Stein, abgeschieden von den anderen, schlug meine Beine übereinander und konzentrierte mich darauf, die Welt um mich herum still zu machen, so still, wie es Unterwasser gewesen ist. Nach einiger Zeit fehlten die Geräusche nicht nur, die Stille war greifbar, ein gewachsenes Wesen, anwesend. Einige Eiskristalle wuchsen auf dem Fels und zeigten in meine Richtung, in den wundersamsten Formen. Ich wollte das Gefühl festhalten, dieses Gefühl des Fremden, doch damit endete es abrupt. Die Welt atmete wieder, ihre Geräusche fluteten zurück, auf mich ein.

Schließlich war der große Tag gekommen, der Tag des Abschieds. Zwischen mir und Mutter gab es wenig zu sagen, doch die Grimskjora überraschte mich mit einem Geschenk: Eine Kette mit einer hölzernen Walfluke. Ihre Worte zum Abschied waren Worte der Vorhersehung. „Zwei Seelen wohnen in deiner Brust, Kind. Auf deiner Reise wirst du dich entscheiden müssen.“
Die Schiffe waren beladen, unsere Seesäcke gepackt und verstaut. Kein Grund mehr, zu zögern, es konnte losgehen. Wir legten uns mächtig in die Riemen, und eine Zeitlang fuhren die Ottas Phileassons und Beorns nebeneinander her. Doch schließlich erlangte Beorn die Führung und zog davon. Bei Swafnir, den holen wir schon wieder ein!


 

Schiedsspruch zu Mittwinter

Meine Mutter Rana und ich waren von der Grimskjora zum mittwinterlichen Erzählabend der Obersten Hetfrau Garhelt Rorlifsdottir-Jandasdottir eingeladen worden. Eine große Ehre, mit der uns die oberste Godi bedachte. Und für mich würde dies nach meiner Rückkehr aus Olport vor vier Jahren die erste Gelegenheit bedeuten, wieder aus Skovbjerg herauszukommen!
Der Flug war lang, die kalte Luft, die uns als schneidender Wind in Gesicht und Mäntel fuhr, erfrischend. Ich wusste nicht, welchen Empfang man zwei offensichtlichen Hexen in einer großen Stadt wie Thorwal bereiten würde, aber falls Mutter es auch nicht wusste, bevorzugte sie, es nicht herausfinden zu wollen. Um kein Aufsehen zu riskieren, landeten wir bei einem Wäldchen in der Nähe der Langhäuser, den Rest des Weges legten wir zu Fuß zurück. Die Grimskjora erwartete uns bereits in der Türe. „Willkommen“, sagte die zahnlose Alte mit ausgebreiteten Armen, und ihre hüftlangen, schlohweißen Haare erfasste eine Böe, als sie heraustrat. „Willkommen in meiner Halla und an meinem Herd. Hattet ihr eine angenehme Reise? Pella, bring heißen Wein für unsere Gäste. Und du bist also Meljan… Vanae. Lass dich mal ansehen, Kind.“ Der versprochene Gewürzwein löste unsere starren Glieder und meine letzten Vorbehalte. Ein herzliches Willkommen in Thorwal.
Gerhilds Langhalle war voll, jeder freie Platz auf den Bänken besetzt. Die schauerlichsten, lustigsten, unglaublichsten Geschichten wurden zum Besten gegeben, Lieder vorgetragen und noch mehr Met getrunken. Auf einmal erhob sich Asleif Foggwulf Phileason. „Es erhob sich ein verheißungsvoller Morgen, der große Taten und großen Ruhm versprach, als ich mit meiner getreuen Mannschaft in See stach…“, begann er seine Geschichte mit erhobener Stimme und erhobenem Methorn. Er erzählte von Stürmen, die die See in ein Gebirge aus Wasser verwandelten, von Seeungeheuern, von einem gigantischen Riesenkraken mit hundert Armen und wie er ihn auf einem Wal reitend nach langem Kampf bezwungen hatte. Er sprach mit klarer Stimme, die bis in die letzten Reihen trug und die gesamte Halle in ihren Bann zog. Fast war es, als wäre jeder einzelne von uns mit dabei gewesen und erlebe das Geschehen nun ein weiteres Mal. Wie ein Schock riss es uns plötzlich aus der Erzählung als sich Beorn, genannt der Blender, erhob und mit spöttischer Stimme über Phileasson herzog: „Ha! Das war ja eine ganz schöne Geschichte, aber hattest du nicht versprochen, über das Güldenland zu berichten? Woher die Zurückhaltung, Asleif? Hast du es etwa gar nicht gesehen? Du hast es wohl doch nie erreicht, und die Geschichten über dich als so großartiger Drachenführer ist wohl nicht weiter… als eine Geschichte.“ Seine Getreuen waren die einzigen, die ihm applaudierten.
Mit bösem Grinsen hielt er eine Geschichte über Menschen, die halbe Pferde waren, und Vögel, die halbe Menschen waren, dagegen. Er selbst habe sie im sagenumwobenen Güldenland gesehen. Als er endete erhob sich Asleif erneut. „Deine Geschichte, Beorn, taugt nicht einmal als Ammenmärchen, da wir alle schon als Kinder von solchen Kreaturen hören und doch wissen, dass es sie nicht gibt, nicht in Aventurien und auch nicht im Güldenland! Sie eignet sich höchstens als Gute-Nacht-Geschichte, weil sie so unspektakulär und langweilig ist!“ – „Das wohl!“, erscholl es da vom Tisch seiner Mannschaft. Ich konnte seinen Einwand nicht ganz nachvollziehen. Die Widerrede musste wohl aus der alten Feindschaft der zwei Kapitäne erwachsen sein, denn ich fand seine Geschichte ganz interessant. Beorn konnte diese offene Provokation natürlich nicht auf sich sitzen lassen ohne dass es ihm an die Ehre ginge. Mit seiner Reaktion besiegelte er sein und das Schicksal von zwei Schiffsmannschaften, als er der verbalen Herausforderung Phileassons nichts entgegnen konnte – und stattdessen sein Schwert zog. Beide Mannschaft erhoben sich wie ein Mann, um hinter ihren Kapitänen zu stehen. Der Rest der Gäste hielt den Atem an. „Asleif und Beorn! Ich dulde keinen Kampf in meiner Halle!“ Gerhilds Stimme schnitt durch die drückende Luft und brodelnde Stimmung wie kaltes Eis. „Ihr beide seid die besten Drachenführer Thorwals, und bis über seine Grenzen hinaus bekannt. Ihr werdet diesen Streit nicht mit Waffengewalt lösen, und erst recht nicht hier an diesem Ort und zu dieser Stunde.“ Es war ein Affront gegen die Hausherrin und die Herdgöttin Travia, hier und jetzt die Waffen zu ziehen. Ich wechselte einen raschen Blick mit Mutter, doch sie war ebenso ratlos wie ich. Während wir atemlos auf den Bänken saßen, ging Garhelt hinaus und kam mit der Grimskjora zurück. Im flackernden Licht der Feuerstellen sah sie sehr alt und sehr weise aus. Schwer auf die Hetfrau und ihre Gehilfin Pella gestützt ging sie nach vorne, wo man sie gut sehen konnte. Sie trug ihren reich verzierten Beutel mit den ältesten Runensteinen des Landes, breitete das schwarze Tuch aus, warf die Runen und weissagte: Zwei Männer, Asleif und Beorn, werden sich auf eine Wettfahrt begeben, die sie bis an die Grenzen Aventuriens führen sollten. Binnen 80 Wochen sollen sie zwölf Aufgaben erfüllen. Sie sollen eine Mannschaft zusammenstellen und in einer Woche aufbrechen, aber es soll niemand aus ihren alten Mannschaften mit ihnen segeln. Es ist ihnen nicht erlaubt, direkt in die Fahrt des anderen Drachenführers einzugreifen, aber sie dürfen sich behindern, wo es geht.
Die zwölf Aufgaben vollbringen werden ihnen im Verlauf der Reise mitgeteilt. Als unparteiische Richter werden die Drachenführer jeweils von einer Traviageweihten begleitet, die am Schluss auch über die Fahrt berichten und entscheiden wird. So sei es.
Die erste Aufgabe lautete, einen „zweizähnigen Kopfschwänzler“ des hohen Nordens lebend einzufangen und ihn nach Thorwal zu bringen. Mit einem einzigen Blick verständigte ich mich mit Rana: Nichts würde mich in Skovbjerg halten können, wenn die Runjas mir in diesem geschichtsträchtigen Moment die Möglichkeit boten, mit den großen Helden des Landes zu reisen und etwas von der Welt zu sehen.

Was hatte es mit dem „zweizähnigen Kopfschwänzler“ auf sich? Ich hatte noch nie von einem solchen Tier gehört. Vielleicht würde man das Rätsel erst deuten können, wenn wir am uns bestimmten Ort angekommen waren. Ohm Vollker, der berühmteste Skalde von etwa sechzig Götterläufen, hatte mich nach meiner Geschichte beziehungsweise meinen Geschichten gefragt. Es war ja üblich, in dieser Nacht seine schönsten Erzählungen weiterzugeben. „Was treibt die schönste und exotischste Frau in der ganzen Halle in Thorwal?“ Damit hat er mich gemeint, mit einem Seitenblick auf die stämmige Frauengestalt, die auf dem Nebentisch stehend in vollem Alt ein derbes Seefahrerlied grölte. Mir aber hatten bei der unerwarteten Aufmerksamkeit des Helden die Disen wohl die Sprache verschlagen. Ich konnte nur ein schüchternes „Ihr ehrt mich“ herausbringen und verschämt zu Boden blicken. Dafür erzählte uns sein Nebenmann und Freund, ein Südländer namens Rashid – seine ganzen Beinamen und Titel oder was es war, brachen wie eine Welle über mir – von seiner Reise in den kalten, verschneiten Norden. Er war Kalligraph, sagte er, und weil er ein Bekannter von Ohm ist nehme ich an, dass sie im Süden vielleicht einen höheren Stand einnehmen als die Skriptoren bei uns, wo die Sagas mündlich weitergegeben werden.

Nach dem Schiedsspruch der Grimskjora schlüpfte Phileasson ungesehen zur Hintertüre hinaus. Nun ja, zumindest fast ungesehen, denn Ohm machte Rashid und mich darauf aufmerksam, dass dies eine gute Gelegenheit wäre, uns dem Drachenführer als potentielle Mannschaftsmitglieder anzubieten. Draußen sah ich einen weiteren Schatten, der jedoch an der Tür zurückblieb. Asleif schaute nicht gerade begeistert, dass sein Vorhaben, unbemerkt zu verschwinden, gescheitert war, aber er willigte ein, mich, eine Godi und Rashid, der die Geschichte, die wir schreiben werden, auf Pergament festhalten würde, mitzunehmen. Und natürlich Ohm, der die Geschichte dann singen wird.


Der Aufbruch zur Reise.

Das Schwarze Auge

Unter dieser Kategorie finden sich Auszüge aus den Geschichten, die meine Charaktere oder „Helden“ – so der terminus technicus – in Aventurien, dem Universum des Schwarzen Auges, erleben.


 

Dies ist der erste Beitrag zu Noiona Marbonna, einer Geweihten Borons.

Hier kommt man zu Minerva Ragana, der Sechsten Gezeichneten der Borbaradkampagne.

Und der Anfang von Vanaes Erlebnissen, einer jungen nordischen Seherin.