Aphorismus des Tages #5

Aphorismus des Tages #5: Es ist Oktoberfest!

Wie lautet der aktuelle Sinnspruch für den Preis eines völlig überteuerten Luxusartikels? – Günstiger als eine Maß auf der Wiesn.

Umschwung

Es ist nicht viel passiert, aber alles ist urplötzlich anders.

Ein Wimpernschlag, die Ahnung einer Geste und das Kartenhaus – nein, die ganze Welt – fiel, stürzte in sich zusammen. Der Boden unter deinen Fußen ist verschwunden.

Später fragst du dich: Eine Wimper ist so zart und fein. Wie kann sie schlagen?

Alles ist schwarz: Deine Vergangenheit, der Horizont deiner Gedanken, deine Zukunft endet in dem schwarzen Loch, in dessen Abwärtsstrudel du schon gefangen bist. Kein Entkommen, keine Hoffnung. Es existiert nichts anderes mehr als Schwärze und Nichts.

In den Splittern eines zerschlagenen Spiegels blitzen alle Erniedrigungen, alle Schmähungen, alle Zurückstellungen auf, die du je erlitten hast. Und du weißt, es sind noch viel mehr als die, die du erkennen kannst, die in den scharfen Glaskanten nur zu erahnen sind.

Schwere Gewichte legen sich auf deinen Rücken und deine Glieder, drücken dich nieder zu Boden. Das Atmen fällt dir schwer. Du willst dich nicht einmal dagegen stemmen, dein Wille ist gebrochen.

 

So liegst du am Boden, müde, elend. Erwartest den Tod. Wartest. Und wartest. Warum kommt er nicht? Du wirst zornig. Hat sogar er dich vergessen? Eine Hand ballt sich zur Faust.

Irgendwann ist es Gewissheit: Nein, er wird nicht kommen. Er kommt zu seiner Zeit, nicht, wenn du ihn dir wünschst. Warum liegst du hier im Staub?

Dir bleibt nichts anders übrig, als dich wieder aufzurappeln. Steh auf. Geh weiter, mach weiter. Liegenbleiben hilft nichts.

Und wenn du nicht genug Mut hast, nimm Trotz.

 

28.06.2019